Vereinsphilosophie

pädagogisches Konzept DFC 1998 e.V.

erstellt Tom L.; 23.01.2021


Der Dresdner Fecht-Club 1998 e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, den Fechtsport in Dresden, Sachsen und Deutschland zu fördern. Er sieht sich dabei als Bindeglied zwischen leistungsorientiertem Fechten und Breitensport. Beides ist integraler Bestandteil des Vereinslebens. (Siehe: Satzung)

 

Aufgrund eines erheblichen Personalwechsels in der Trainerschaft, kam es zu einer pädagogisch- didaktischen Neuausrichtung des Vereins. Dies wurde in einer Mediation am 03.07.2019 zusammen mit Vorstand und Trainerteam manifestiert. Außerdem resultierte hieraus der Auftrag, eine entsprechende "Vereinsphilosophie" zu erarbeiten:

 

Jugendarbeit

Eine wichtige Komponente des Vereins, ist sein Augenmerk auf Kinder und Jugendarbeit. Der Sport dient hierbei als Wertevermittler. Die Arbeit der Trainer soll nicht nur zu einer sportlichen Entwicklung führen, sondern soll auch die jeweilige individuelle Persönlichkeitsentwicklung positiv beeinflussen. Hierbei sollen auch äußere Belastungsfaktoren (Familie, Umfeld, Schulalltag) nicht außer Acht gelassen werden. Dem Kinder- & Jugendhilfegesetz ist diesbezüglich Folgendes zu entnehmen:

 

§11 SGB VIII: „(...) Jugendarbeit soll an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und gestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen.“ (L1)

 

Es ist im pädagogischen Konzept des Vereins dabei maßgeblich, dass Kinder und Jugendliche nach ihrem Entwicklungsstand, ihren individuellen Anlagen und Präferenzen gefördert werden sollen. Ein Trainingserfolg kann daher auch bedeuten, dass beispielsweise ein Kind innere Ängste überwindet oder ein sensibleres Empathieempfinden erlernt.

 

Der Erfolg bemisst sich also nicht ausschließlich am Gewinn von Medaillen oder anderen sportlichen Auszeichnungen, sondern auch darin, ob mit dem Vertrauen, welches dem Verein seitens der Eltern entgegengebracht wurde, verantwortungsvoll umgegangen wurde.

 

Kinder und Jugendliche, welche mit dem Vereinsleben, bzw. dem Training in Berührung gekommen sind, sollten demnach auf keinen Fall eine negative Erfahrung mit Fechten oder Sport im Allgemeinen assoziieren. Vielmehr soll eine positive Erfahrung mit Sport und Gemeinschaft im Kindesalter angestrebt werden.

Der DFC sieht daher die erste Aufgabe in seiner Jugendarbeit darin, ein Vertrauensverhältnis zwischen Sportler und Trainer aufzubauen. Dies betrachten wir als Grundlage jeden Erfolgs.

 

Teamgeist

Fechten beinhaltet neben dem Individualsport auch eine Team-Komponente. Das soziale Miteinander einer Mannschaftssportart und die damit einhergehende Charakterentwicklung gehört ebenso zum Aufgabenbereich der betreuenden Trainer. In Bezug auf die Jugendarbeit bedeutet dies auch, den Kontakt der Sportler untereinander zu fördern → Teambuilding. Eine positive Grundstimmung in Trainingsgruppe und Verein erleichtert nicht nur die Arbeit der Trainer, sondern führt langfristig auch zu einer positiven Assoziation zu Sport und Leistung, bzw. Anstrengung.

 

Leistungssportliches Konzept

Im Fechtsport ist es für eine leistungssportliche Karriere unerlässlich, eine fundierte Grundausbildung genossen zu haben. Diese ist aufgrund der umfangreichen Fechttechnik sehr zeitaufwendig und trainingsintensiv.

 

Der Fokus auf kurzfristigen Wettkampferfolg im Jugendbereich führt daher sehr oft zu sogenannten leistungslimitierenden Fehlern in der Fechttechnik und begrenzt die betroffenen Athleten daher in ihrer leistungssportlichen Entwicklungsfähigkeit.

 

Aus Sicht des DFC ist es daher unbedingt notwendig, den Fokus im Training auf eine breite, allgemeinsportliche sowie fechterische Grundausbildung zu legen. Dies muss auch dann geschehen, wenn dadurch kurzfristige Erfolge ausbleiben, um ein Aufbautraining zu ermöglichen. 

 

"Schwierige Kinder"

Fechten ist eine Individualsportart ebenso wie eine Kampfsportart.

 

Aus diesem Grund braucht es notwendigerweise keine besonders gut angepassten Persönlichkeiten, sondern starke Charaktere im Leistungsbereich. Die Förderung solcher Kinder und Jugendlichen stellt die Trainer bisweilen vor eine Herausforderung, weswegen es sein kann, dass sie ihr Potential im Sport nicht entfalten können. Gerade Kinder und Jugendliche, welche in anderen sportlichen Systemen/ Vereinen nicht zurecht gekommen sind, können unter entsprechender Anleitung zu erstaunlichen sportlichen Leistungen geführt werden. Diese Potentiale zu nutzen, dient dem Leistungssport, wie auch dem betroffenen Kind in dessen Entwicklung.

 

Der DFC versucht somit eine einfache Selektion zu vermeiden und auch hier individuell und gezielt zu fördern.

  

Intrinsische Motivation

Der DFC setzt verstärkt auf intrinsische Motivation zur Erreichung leistungssportlicher Ziele. Sportler sollen nicht zum leistungsorientierten Sport genötigt werden. Maßgeblich ist hierbei die Erkenntnis, dass ein intrinsisch motivierter Sportler langfristig eher leistungsbereit- und fähig ist, als ein Athlet, welcher lediglich aus Pflichtgefühl oder Angst heraus trainiert.  

Es gibt eine beachtliche Zahl von Belegen, die darauf hindeuten, daß ILM (intrinsische Lernmotivation, Anm. d. Autors) positivere Folgen hat als extrinsische Lernmotivation.“ (Q1)

Ebenso positiv ist, dass ein „drop-out“ nach Beendigung der Schule vermieden werden kann.

"Besonders relevant ist die intrinsische Motivation, damit Athleten auch nach der Schule bei ihrem Leistungssport bleiben."(Q2)

 

Von dieser Herangehensweise profitieren allerdings auch breitensportlich Interessierte aller Couleur.

Es ist deshalb integraler Bestandteil des Trainings, diese Motivation bei Athleten zu wecken, unabhängig von Alter und Leistungsstand.

Für Fragen stehen wir gern zur Verfügung:


Quellen

Literatur

L1:Handbuch_Kinder-_und_Jugendarbeit_SJS_2014.pdf (sport-fuer-sachsen.de)

 

Sportpsychologie/ Grundlagen, Methoden, Analysen - Hans Eberspächer

Handlexikon Sportwissenschaft - Hans Eberspächer

Teamgeist/ Psychotraining für Sportler - John Syer

Mit Freude lernen, ein Leben lang: Weshalb wir ein neues Verständnis vom Lernen brauchen. - Gerald Hüther